immer noch kein netz, würde meine mitbewohnerin gern würgen (ich weiss, bringt eh nix, gina), weil sie mir zwei wochen lang sagt, dass netz spätestens montag wieder freigeschalten wird, und gestern meint: sie muss die rechnung für den monat noch zahlen. argh.
egal.
also.
eigentlich.
wollt ich mich verabschieden.
das waren jetzt zwei wochen so halb mit netz (und eines kennenlernens der speisekarte im salzberg, die ham nämlich gratiswlan), und ab sonntag sinds drei wochen GANZ ohne netz. weil ich dann nämlich weit weg bin, in der einöde, der klausur. meine bücher, meine ordner, mein laptop, meine filme und ich. ergibt HOFFENTLICH meine diplomarbeit.
und ich kann mein hirn wiedermal lüften und komm weg von all den problemen und problemchen die hier so durch die gegend schwappen.
hobtsas schee!
Lauter nette Kolumnen, die hier besonders nett. und: meine Vergleichstante heisst Elsa...
Ein Ego wie das Ambassador
Meine Familie hat für alle Normalabweichungen vom Trampelpfad des Mainstreams ein ERklärungsmodell. Und dieses Erklärungsmodell lautet "fatale genetische Vorbelastung durch Tante Lou".
Tante Lou, die seit gut 35 Jahren im wahrsten Sinne ds Wortes unter uns weilt, hatte zwar ein Kind, aber nicht von ihrem Ehemann. Den hatte sie später dann auch mit der lapidaren Begründung "Er ist der einzige Mann, der mich zum Weinen bringen kann - und zwar vor Langeweile", entsorgt. In der Vorkriegszeit betrieb sie unter dem viel versprechenden Pseudonym "Madame Coeur" in einer Zeitung eine Briefkasten-Kolumne, in der sie der Menschheit Beziehungs-Ezzes erteilte. Für ihr Privatleben hätte sie eigentlich legitimerweise Katastrophenschutz beantragen können. Sie liebte die Männer, vorzugsweise die anderer Frauen. Sie hatte diebischen Spass dabei, das Geld, das sie nicht hatte, auszugeben. Missinterpretierte Cognac als isotonischen Durstlöscher. Und zerschnitt ihre Brokatvorhänge, wenn ihr, aber nichr ihrer GEldbörse, nach einem mondänen Cocktailkleid war.
"Die Lou sei ein warnendes Beispiel", pflegt mir ihre Schwester, die brave Tante Emma, die ihr leben ganz "comme il fault" abgespult hatte, heute zu erklären, "sie hatte ein Ego groß wie das `Ambassador` und das verträgt nunmal kein Mann auf Dauer. Für Genügsamkeit hatte sie einfach kein Talent..."
"Das Leben ist einfach zu kurz, um genügsam zu sein", brach ich eine Lanze für Tante Lou und all ihre Waffenschwestern. "Du wirst auch noch einmal schön schauen", seufzte meine Tante Emma jetzt etwas pikiert.
Jetzt stach ich zu meinem Spirituosenwagen und tat tüchtig Cognac in den Schwenker. Und schmetterte laut Tante Lous Lieblings-Trinkspruch, der da leutete: "Wer will schon morgens aufwachen und sagen müssen: Dieser Kater wäre einen Rausch wert gewesen." "Wie ich immer sag", sagte meine Tante Emma jetzt mehr zu sich selbst "ein Ego groß wie das `Ambassador`..."