Mittwoch, 7. November 2007

it´s all over, baby blue...

es ist frühsommer. es ist eine besch... zeit, weil die ganze schweizkatastrophe noch recht frisch ist und die wunden am knie nicht und nicht heilen wollen. gewohnt wird bei den eltern, was das nervenkostüm mehr als strapaziert. und überhaupt große lebenskrise: was tun? was arbeiten? wohin mit mir? und wann gehts endlich los bitte? doch dann: ein zufälliges aufeinandertreffen von nunu und einem ja-quasi-ex-gschichtl. eine bessere bezeichnung fällt mir dazu nicht ein. er kommt aus einer tiefen krise, ich ebenso - und plötzlich bin ich wieder optimistisch. entspannt. und habe einfach eine superzeit - man versteht sich blendend, man kann verdammt gut reden, man bringt sich gegenseitig zu lachen, man trifft sich, man hat eine tolle zeit. genau. einfach eine tolle zeit. und nachdenken über das was das sein könnte - will ich nicht. einfach nur genießen.

von dem mann kommt die warnung: ich will dir nicht wehtun. nicht nocheinmal. aber das ist eine andere geschichte. nunu denkt sich: pah, das schafft der nicht. erstens hab ich meine gefühle im griff und zweitens passt das alles so gut, das haut schon hin. was sollte da schon schiefgehen? ich verlang ja kein sofortiges committment von ihm, ich versteh seine situation. und auch mir persönlich ist nicht unbedingt nach einer beziehung mit einem kerl, der seiner ex noch täglich nachweint. ich denke mir einfach: eeeeaaassyy. alles ganz entspannt!

der mann ist da aber anderer meinung. nach einigen wochen ist er plötzlich von der bildfläche verschwunden. einfach so, von gestern auf heute. na gut, denk ich mir, dem gehts besch..., der hat viel hinter sich, das ist ok, ich geb dem zeit. und ich stelle fest: boah, ich vermisse den. das is ja übel, das ist ja: halt, hoppala, ich bin verliebt! und wie! ohne verbiegen, ohne spielereien, komplett. der mann entspricht keiner meiner vorstellungen von einem wunschpartner (ok, fast keiner, das lachen mit ihm war haargenau richtig). trotzdem: zack. eingeschlagen. und dann kommt da noch ein gefühl angekrochen, langsam aber stetig: das macht sinn. wir passen zusammen. er ist grad nicht in der lage dazu - und ich - mit verlaub: miss ungeduld in person - beschliesse, da mal abzuwarten. mit dem gefühl im bauch: er wirds merken.

nachdem der herr sich ein ganzes monat lang nicht meldet (und ich von sms- oder sonstigem terror absehe, interessanterweise nichteinmal das verlangen dazu habe, sondern immer noch das sichere gefühl habe: der rührt sich noch), bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. wieso sollt ich mich denn bitte in einem typen verlieben, der mich von einem tag auf den anderen einfach wortlos im regen stehen lässt? und nichtmal sagt, was sache ist? und der das schon zum zweiten mal mit mir macht (aber das ist eine andere geschichte)? entschuldigung, sogar pickelige pubertierende wissen, dass man wenigstens eine blöde ausrede erfinden könnt. nicht so er. ja. er fehlt mir in diesem monat. es gibt tausende momente, in denen ich mir denke: "mah, das muss ich ihm erzählen!" und so viele momente, in denen ich weiss: er hätte da jetzt die richtige antwort. ich vermisse seine lippen. seinen orkischen geruch. die art, wie er dinge erzählt.

dann kommt eine mail von ihm. in der er seine vogel-strauss-taktik erklärt. in der er mir eine freundschaft anbietet. und auf die ich schlicht keine antwort habe. meine gefühle sind durch sein verhalten inzwischen abgeflaut. aber ein "sorry, just not that into you" von dem kerl, mit dem man sich plötzlich und zur eigenen überraschung verdammt viel vorstellen kann - das fetzt rein. auch nachträglich. ich beschliesse: bis ich mir nicht sicher bin, was ich von der situation und von ihm halte, geh ich auch erstmal auf tauchstation. das soll kein schlagen mit eigenen waffen sein, sondern ist nur der versuch, sich in nichts hineinzusteigern. in keine richtung.

zwei wochen lang überlege ich. an manchen tagen schieb ich den gedanken an ihn so weit weg wie möglich, an anderen versuche ich ganz tief in mich reinzufühlen: ist da jemand? was sagt die stimme in meinem bauch, was sagt die in meinem kopf? nachdem da nur noch ein, zwei flügellahme schmetterlinge in meinem bauch ein tristes dasein führen, ich aber immer wieder an situationen mit ihm denke, in denen wir tolle gespräche, spannende diskussionen, diverse lachanfälle hatten, beschliesse ich: ok. ich versuchs. freundschaft. schliesslich wär ich ja auch eine ziemliche zicke, wenn ich nach dem ersten herumspinner von ihm gleich alles beende - obwohl ich vorher wiederholt zu protokoll gebe: es ist alles easy. entspann dich, nimm dir zeit.

das funktioniert auch ganz gut. wir unterhalten uns per skype, wir schneiden auch "riskante" themen an, und siehe da: es passt. die gefühle für ihn sind nicht mehr präsent. ich hab ihn einfach nur noch gern. aber die gefühle für ihn sind anscheinend mit einem widerhaken ausgestattet, der sich an meiner erinnerung festgemacht hat. ich treffe zwei andere, alles andere als uninteressante männer, und warte bei beiden auf diese leichtigkeit, die mit ihm da war. einer der beiden bekundet sehr klar sein interesse an mir. er führt mich gar nichtmal ungeschickt in ein schönes lokal aus. ich schieb einen frechen spruch. die reaktion des mannes? "mah, du ziehst so eine süße schnute, wenn du herumwitzelst!". grumpf. der erste gedanke: xxx hätt jetzt ohne auch nur mit der wimper zu zucken eine wuchtel zurückgeschoben. doppelgrumpf. und ja, ich find einen schmäh weitaus attraktiver als ein kompliment. ist so.

der mann liest diesen blog. und kommentiert nicht nur häufig, er kommentiert fast jeden beitrag meinerseits. und manchmal denke ich mir: ok, das wollt ich jetzt vielleicht nicht unbedingt wissen. nein, ich will mir keinen tollen hecht mit wahnsinnsunterarmen wünschen. nein, ich will nicht wissen, ob er, wenn er mal groß ist, die katherine heigl oder die milla jovovic heiraten will. meinen freunden fällt die häufigkeit seiner wortmeldungen auch schon auf - meine besten freunde entwickeln eine wut auf ihn. die ich nicht nachvollziehen kann, schließlich ist es meine sache.

irgendwann beginne ich mir zu wünschen: ich wär gern wütend. weil he, hallo, der typ hat mir wehgetan. und zwar um einiges mehr als beim ersten mal. (DAS ist jetzt die andere geschichte.) der typ hat sich - zitat of tha nu mama - "verhalten wie ein emotionaler flachwixer". und im grunde muss ich ihr recht geben, trotzdem nehme ich ihn in schutz. er ist eben so. das ist seine art, mit belastungen umzugehen. er hat so viele gute seiten, da sind ein paar programmierfehler halt auch mitinbegriffen. vor allem die nu mama wird immer wütender auf ihn. und ich find das toll - weil sie für mich gefühle auslebt, die ich nicht schaffe auszuleben.

nur warum kann ich sie nicht ausleben, frage ich mich. meine erste antwort: weil ich diese zarte pflanze der freundschaft nicht zertreten will. weil ich rücksicht nehmen will. weil ich der freundschaft zwischen uns eine chance geben will. weil ich ihn nicht schon wieder vermissen will. moment. halt. wie war das? vermissen? könnte es sein, dass ich vielleicht und unter umständen...? nein, denk ich mir. er kommt in meiner gedankenwelt nicht mehr als der vor, der er mal für mich war. ich denk eigentlich nur an ihn, wenn ich grad mal wieder was von ihm les.

und weil die geschichte schon so endlos ist, kommt jetzt das grande finale. wir trafen uns gestern wieder. ich muss zugeben: ich war nervös. wie wirds? wird er für mich wirklich entzaubert sein? wie werden wir miteinander umgehen? er sagte noch wenige stunden vorher, er freut sich mich zu sehen. das tat ich auch. und dann standen wir uns wirklich gegenüber. nach monaten wieder. und mir wurde klar: vergiss es. nunu, so stark bist du nicht.

denn: die gefühle waren schlagartig wieder da. und er ist eindeutig anderer meinung. es wurde zu einem katastrophalen abend. das ergebnis war ein unfassbarer kater heute morgen, als ich in voller montur umgeben von zwei der wichtigsten menschen in meinem leben auf meinem bett aufwachte. die mich gestern nacht getröstet haben, mir aber auch gleichzeitig ordentlich den kopf gewaschen haben. so wie man es sich von freunden erwartet.

ich bin immer noch nicht wütend auf ihn. er ist kein arschloch. wir habens eben nicht auf die reihe gekriegt. und ich finde das inzwischen sehr schade und schmerzhaft. aus diesem grund habe ich beschlossen: es tut mir unfassbar leid, der herr. aber bitte lass mich in ruhe.

vielleicht sehen wir uns ja mal zufällig wieder. irgendwann. in fünf jahren vielleicht. ich hoffe, dann tust du mir kein drittes mal weh.

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für eiei-machen für schimpfer für liebesbriefe für fragen für senf - nunu.twoday@gmx.net

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